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Palliative Care im Bereich der Langzeitpflege

Was kennzeichnet Palliative Care im Langzeitbereich?

Text: Maren Nielsen

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, müssen wir uns dazu noch eine weitere grundsätzliche Frage stellen, nämlich: «Wann fängt Palliative Care im Langzeitbereich überhaupt an?»

Die allgemein gültige Definition gemäss der WHO aus dem Jahre 2002 lautet: «Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen: durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.»

Im Langzeitbereich leiden die Bewohnerinnen und Bewohner jedoch nicht unbedingt an einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Viel mehr sind deren Krankheitsbilder oft vielschichtig, sie leiden an mehreren Erkrankungen gleichzeitig und häufig diese chronisch fortschreitend. Hier zu gehören beispielsweise Arthrosen, Diabetes und dementielle Erkrankungen.

Es geht darum, die Erkrankungen und Symptome sowie andere belastende Beschwerden des betagten Menschen so zu behandeln, dass ihre Lebensqualität erhalten oder wieder hergestellt werden kann. Daher geht es auch im Langzeitbereich nicht nur um die Betreuung und Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase oder um eine Art der Sterbebegleitung. Die Betroffenen sind bereits bei ihrem Eintritt in eine Langzeitpflegeinstitution oft auf Palliative Care angewiesen. Daher unterscheiden wir im Langzeitbereich auch verschiedene Phasen von Palliative Care. Es gibt eine stabile Phase, eine terminale Phase und die eigentliche Sterbephase. In diesen verschiedenen Phasen sind unterschiedliche Betreuungs- und Behandlungsansätze von einem interdisziplinären Team gefragt. Daher eignet sich der Basiskurs A1 unbedingt auch für Mitarbeitende anderer Bereiche und Fachdisziplinen.

Was gewinnen Kursteilnehmende?

Sehr viele Teilnehmende der Kurse denken beim Kurstitel Palliative Care an die Sterbebegleitung. Bereits am ersten Kurstag sind sie überrascht, da ihnen dann die Bandbreite des Themenkomplexes bewusst wird. Sie setzen sich vertieft mit den Hintergründen und der Haltung, auch mit ihrer persönlichen Sichtweise von Palliative Care, auseinander. Sie reflektieren ihre Einstellungen im Bereich Pflege und Betreuung sowie zur Angehörigenarbeit. Die stufengerechte Fortbildung unterstützt sie, ihre Fach-/Sozial- und Selbstkompetenz zu erweitern.

Was gewinnen Institutionen?

Die Teilnehmenden bringen ihre erweiterten Kompetenzen in den Arbeitsalltag in der Organisation ein. Sie diskutieren ihre Erkenntnisse mit anderen Mitarbeitenden und es entsteht eine Art «Schneeballeffekt» im Bereich der individuellen, professionellen Pflege, Betreuung sowie Begleitung von Betroffenen.

Weitere Informationen zu den Palliative-Care-Schulungen finden Sie unter www.stadt-zuerich.ch/sgz

Maren Nielsen
Fachdozierende am SGZ
www.marennielsen.ch

Kommentare: 0 | Autor: SGZ | Kategorien: Kategorie Pflege & Betreuung

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